Luc Gysbregts

 

 

 

 

Luc Gysbregts studierte in Belgien Geige am Konservatorium in Antwerpen. In 1989 erlangte er am
Königlichen Konservatorium in Brüssel den ersten Preis für Bratsche und ein Jahr später den ersten
Preis für Kammermusik.
Nach erfolgreichem Vorspielen arbeitete er seit 1991 fest beim Königlich Philharmonisches
Orchester von Flandern. In der Zwischenzeit studierte er weiter am Lemmensinstitut in Leuven,
welches er 1993 mit einem höheren Diplom für Bratsche erfolgreich abschloss.
Im Jahre 2000 entschied er sich als Freelancer zu arbeiten, um sich mehr auf historische
aufführungspraxis spezialisieren zu können. Seit 1998 ist er Mitglied von Anima Eterna unter der
Leitung von Jos van Immerseel. Er war 2005 Mitbegründer des neuen erfolgreichen
Barockorchesters B`Rock.
Neben Anima Eterna und B`Rock, seinen Heimathafen, spielte und spielt er auch in folgenden
Ensembles: De Vlaamse Opera, Beethoven Academie, het Brabants Orkest, Collegium Brugense,
Prima la Musica, Vlaams symfonieorkest, Arco Baleno, Il Fondameto, De Profundis, Les
Agrémens, Concerto Köln, Il Gardelino, Florilegium Musicum, Elbipolis, La Zanetta, Les vingtquatre
violons du Roi, Canto LX, FolliArt en Amsterdam Baroque. Diese Ensembles brachten ihn in
viele Länder Europas, Japan, Brasilien, China, die Vereinigten Staaten und Südafrika.
Im Laufe der Jahre wuchs die Anzahl seiner Instrumente: so spielt er nicht nur moderne und Barock
Bratsche, sondern auch Tenorgeige: seinses Instrument ist ein Kopie einer frühen Andrea Amati
(1574). Derartig große Instrumente werden heute nur noch selten bespielt, sind jedoch essentiell in
früher Monteverdi Musik und man findet sie auch zu Zeiten Ludwig des XIV wie beispielsweise im
Ensembles Les vingt-quatre du Roi.
Seine große Liebe ist die Viola d`Amore. Über Liebe gesprochen, das Wort Liebe verweist
wahrscheinlich nicht auf die Liebe, sondern auf die Herkunft. Die Verwendung von Resonanzsaiten
ist eine Erfindung des Fernen Osten, wo beispielsweise heutzutage in Indien noch auf Instrumenten
mit Resonanzseiten gespielt wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Mohren diese Technik nach
Europa gebracht haben. Darum nennt man dieses Instrument also am Besten nicht Liebesgeige,
sondern die Geige der Mohren: Viola d`Amore.
Das Instrument was er heute bespielt ist eine Kopie von Johannes Rauch, 1742, Chomutov,
Tschechien. Das Original befindet sich im Brüsseler Instrumentenmuseum, es besitzt 7 Spielseiten
und 7 Resonanzseiten. Es ist selbstverständlich, dass Luc dieses Instrument intensiv einsetzt wenn
er die Johannes Passion von Bach spielt. Nach einem Konzert, Vivaldis Nisi Dominus, hatte er die
Möglichkeit es an das belgische Königshaus vorzustellen. Vor Kurzem spielte er mit diesem
Instrument im Brüsseler Opernhaus `La Monnaie` Händels Orlando in Zusammenarbeit mit René
Jacobs.